- Lightspeed-bordercollies Blog - http://blog.lightspeed-bordercollies.at -
Bericht vom World Trial 2011 Lowther/Cumbria GB
Dieser Eintrag stammt von Wolfgang Am 25.9.2011 @ 23:21 In trials, Training - Hüten | Keine Kommentare
Jaaaa, wir waren da – beim World Trial in Lowther/Cumbria GB! Wir, das waren Darla, Glen und ich und natürlich meine Kollegen vom österreichischen Hütehundeteam.
Es war immer mein Traum, einmal mit den legendären Sheepdoghandlern gemeinsam auf einem Trial zu starten, er ist in Erfüllung gegangen, Namen wie Dalziel, Owen, Evans, McGee, Millichap, Welsh, Gallagher, Jones…, Cropper, Watkins, Wilson, Templeton, Davidson und vielen anderen waren unter den ca. 240 besten Sheepdoghandlern der Welt zu finden.
In dieser erwartungsvollen Hochstimmung sind wir nach der gewonnenen Ö.Staatsmeisterschaft nach England aufgebrochen und am Dienstag 13.09.11 glücklich in Lowther bei Penrith angekommen. Gleich bei Ankunft sind wir zum zur Verfügung gestellten Trainingsgelände im nahegelegenen Shap mit den ersten englischen Schafen gefahren. Drei Felder gabs mit unterschiedlich vielen Schafen, wobei das letzte Feld riiiiiiesig war mit 15 schnellen englischen Schafen, die meine beiden Hunde so perfekt gearbeitet haben, als hätten sie ihr Leben lang nur englische Schafe gehabt. Diese Schafe sind perfekt für Borders, da sie weder hysterisch noch extrem eigenwillig sind, sondern die Richtung, die ihnen die Hunde geben, einschlagen und kaum mehr verlassen, sie sind flott unterwegs, rennen aber nicht, wenn der Hund ein gutes pacing hat.
Das Training war also schon traumhaft, so war meine Stimmung total gehoben, als ich ins Camp beim WT einfuhr. Ein Teil unseres Teams war schon da und in bester Stimmung, allerdings trübte das Wetter in Form von heftigem Wind und Sprühregenschauern ein wenig die Stimmung bei mir.
Der Mittwoch war dem relaxen gewidmet und der Anmeldung sowie einer kurzen Parade durch Penrith, die an tausenden freundlich winkenden und lachenden Menschen vorbeiführte und uns zeigte, wie willkommen und hochgeschätzt der Border Collie in diesem Landesteil ist. Hier bei der Parade und bei den Fahrten durch das Land, mit seinen endlosen durch Steinmäuerchen eingegrenzten Weiden und den tausenden und abertausenden Schafen, die wie kleine Schneeflöckchen auf den grünen Flächen in der Ferne aufleuchteten, wurde einem bewusst: hier bin ich im Ursprungsland des Border Collies, hier kommt er her, für dieses Land wurde er gezüchtet, hier fühlt er sich wohl, hier erfüllt er seine wichtigste Aufgabe – die Schafe seiner Menschen zu arbeiten.
Am Donnerstag wurde es ernst, wir standen früh auf, denn jeder war nervös. Gleich nach den ersten Läufen war uns klar: mit den Schafen war nicht zu spassen, langsam arbeiten, auf die Linien achten, ruhig im Sheddingring, ganz ruhig am Pferch. Ich beobachtete fast alle Läufe vor mir und sehr schnell stellte sich heraus, dass Feld 3 ziemlich schwer war und seine Tücken hatte, obwohl es nicht dramatisch aussah. Viele Handler verpassten das Crossdrivegate weil sie die Kontrolle über die Schafe verloren oder weil die Crossdrivelinie sehr schwer zu sehen war durch die Senken und kleinen Mugel im Gelände.
Der junge, aber tolle Handler Robbie Welsh hatte vor mir seinen Lauf, er verpasste ebenfalls das Crossdrivegate, hatte aber eine perfekte Inwork (Shed/Pen/Single Null points lost!) und 184pts.
Nach dem Lunchbreak kam mein Lauf. Ein wenig nervös war ich schon, als wir zum Pfosten gingen, aber beim Warten auf die Schafe wurden wir beide ganz ruhig und Darla rannte einen perfekten Outrun und liftete perfekt mit 0pts lost. Obwohl ich sie stark bremste, hatte sie ein gutes pacing und unsere Linie am Fetch war bis auf ein kleines Flimmern schnurgerade, dann der Drive, der sehr gut begann bis ich vor dem Drivegate kurz panisch wurde und Darla dadurch 2x zu weit flankierte, die Schafe hatten wir aber durch und nach dem Turn auf einer perfekten Crossdrivelinie. Ich dachte, die Linie ein wenig höher zu nehmen, da so viele Handler vor mir das Tor verfehlten, die Schafe näherten sich in gutem Tempo und erst als sie am Tor waren, sah ich, dass sie vielleicht 1m zu hoch waren, wollten noch reindrehen, aber schrammten dann am oberen Torflügel vorbei, ich ließ mich nicht beirren, blieb ruhig und brachte sie in schöner Linie in den Shedding ring. Beim Sortieren kam ich den Schafen etwas zu nahe, was sie frühzeitig aufsplittete und obwohl ich kein Kommando gab und Darla nicht reinkam verlor ich 6pts, der tatsächliche Shed war aber sehr schön, dann gerade Linie zum Pferch, schwieriges Einpferchen und ein schöner ruhiger Single. Ich hatte stolze 171pts trotz des verlorenen Gates, was auf diesem Feld schon ganz gut war.
Zu diesem Zeitpunkt war ich an 7. Stelle – die besten 7 des Tages kamen in das Semifinale. Gratulation von vielen Tophandlern, was mich sehr stolz auf meine Darla und unseren Lauf machte. Der Wermutstropfen war dann, als mir einer der Richter am Abend erklärte, das verpasste Gate hätte mich 20pts gekostet und somit wäre sich das Semifinale ausgegangen. Aber wir wissen ja, was wäre wenn, und dann und vielleicht……
Hier der Link zu Darlas Lauf: [2] http://www.youtube.com/watch?v=VDkHXwaXAGo
Mit dieser Zufriedenheit und Erleichterung konnte ich mir dann die restlichen Läufe der Quali und die Finalläufe ansehen. Obwohl das Wetter wirklich grauslich war, sah ich so viele tolle Läufe und so viele Top Hunde und einfach die Gewissheit, hier dabeigewesen zu sein erfüllt einen mit Stolz.
Viele Runden machte ich am erdmatschigen Gelände zwischen Fressstandln, kitschigen BorderCollieBuden, Stickmakern und allem was so zu einem derartigen Event dazugehört. Fish&Chips war z.B. der Hit für 6Pfund. Am Abend wurde gefressen, was das Zeugs hielt und unser österreichisches Team hat am Freitag Abend wohl einiges zur Unterhaltung im Fresszelt mit der traditionellen Musik beigetragen. Auch Freunde aus der Heimat waren da: Mirjam & Günther sowie Magdalena die dort sogar ein paar Wochen Urlaub gemacht hatte.
Alle 4 österr. Starter hatten gute Läufe und ich finde es sehr schade, dass ein aufstrebendes Land wie wir nicht mehr Startplätze bekommt. Ich denke 8 Plätze wären fair und es gäbe sicher 8 Hunde in Ö, die gut genug wären, außerdem würden 8 Plätze dazu beitragen, dass sich einige noch mehr anstrengen, um dabeisein zu können.
Es war wirklich ein Fest der Superlative, ich habe viele sympathische und klasse Tophandler kennengelernt und Freundschaften vertieft und bin sehr dankbar dafür. Besonders gratulieren möchte ich nochmals den Topwinnern die wieder einmal gezeigt haben, wozu ein Topteam aus Mensch und Bordercollie fähig ist.
[5]
WorldChampion James McGee mit Becca (Ireland)
Gleich nach der Preisverleihung bin ich aufgebrochen Richtung Heimat und auf den ersten hundert Kilometern war ich schon traurig, wieder wegzufahren und nur der Gedanke, nächste Jahr wiederzukommen hat mich mit Freude und Hoffnung erfüllt. Und meine Devise lautet: GB, wir kommen wieder!!! Grüße an alle meine Kollegen, ihr wart super und wir können wirklich stolz auf unsere Läufe sein.
Dieser Artikel wurde ausgedruckt ab Lightspeed-bordercollies Blog: http://blog.lightspeed-bordercollies.at
URL zum Artikel: http://blog.lightspeed-bordercollies.at/2011/09/25/bericht-vom-world-trial-2011-lowthercumbria-gb/
URLs in this post:
[1] Image: http://blog.lightspeed-bordercollies.at/__oneclick_uploads/2011/09/img_0475.JPG
[2] http://www.youtube.com/watch?v=VDkHXwaXAGo: http://www.youtube.com/watch?v=VDkHXwaXAGo
[3] Image: http://blog.lightspeed-bordercollies.at/__oneclick_uploads/2011/09/wolfgang-and-
jack-1.jpg
[4] Image: http://blog.lightspeed-bordercollies.at/__oneclick_uploads/2011/09/img_0497.JPG
[5] Image: http://blog.lightspeed-bordercollies.at/__oneclick_uploads/2011/09/img_0499a.jpg
Klicken hier zum Drucken.