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Archive für Juli 2011
Langenlois-Trial 2011 - Qualifikation für das Continental (EM) in Schweden
25.7.2011 von Wolfgang.
Ein langes Wochenende in Langenlois liegt hinter uns. Lang deshalb, weil es bereits am Freitag begann und Sonntag spätabends endete.
Trials in Langenlois bei Willi Klaffl haben ja schon den Ruf, besonders schwer und anspruchsvoll zu sein, weil sein bisheriges Trialfeld in Kombination mit seinen Schafen, den Hunden und Handlern alles an Können abverlangten. Nun hat Willi das Nebenfeld dazugekauft und bot erstmals die Möglichkeit, auf einem wunderschön breiten und langen Feld trialen zu können.
Freitag waren Klasse 1 und Klasse 2 am Programm. Ich war als Richter in Klasse 1 geladen, gemeinsam mit Christa Veits, und wir hatten einen tollen Nachwuchs an Trialhunden zu bewerten. Ich hätte zwar auch Klasse 2 richten sollen, da ich aber meinen Youngster Glen gemeldet hatte, sprang Kathi Gleis gemeinsam mit Christa Veits fürs Richten ein.
Und froh war ich, daß ich die Läufe mit Glen gemacht habe, denn der Bub war einfach wieder eine Klasse für sich. Beim 1.Lauf erhielt er 94 v. 100 Punkten und beim 2.Lauf, aufgrund eines überhysterischen Schafes “nur” 83 Punkte, was aber bei weitem für den bereits 4. Sieg in Serie reichte. Wenn das so weitergeht werde ich wohl o übel bald mit ihm in die Open class (Klasse 3) aufsteigen. Distanzen sind ja für ihn kein Problem. Ich bin wirklich sehr glücklich und stolz auf den erst 17 Monate alten Buben.
Samstag gabs dann die Qualifikation für die EM mit dem Richter Eric Barfoot aus Nordirland. Der strenge Richter, zwar lustig und sympathisch, schenkte uns nichts. Der lange, lange Samstag endete im Regen mit Willi Klaffls Canda am 1.Rang und meinem Darla-Schatz am 2.Rang sowie dem Czechen Miroslav Kozlov am 3.Rang. Somit waren die Ränge für die EM in Schweden klar.
| 1 | Mrs Barbara Weinrauch | Tom | ISDS 270205 |
| 2 | Mr Wolfgang Lipczenko | Darla | ISDS 289412 |
| 3 | Mr Willi Klaffl | Canda | ISDS 271589 |
| 4 | Mrs Kathrin Gleis | Aimee | ISDS 286329 |
| 5 | Mr Günther Kramer | Brad | ISDS 279580 |
| 6 | Mr Hubert Mittmannsgruber | Annie | ISDS 275374 |
| 7 | Mrs Kathrin Gleis | Cole | AT/294314 |
| 8 | Mrs Caroline Pilz | Sky | ISDS 289943 |
Hier nochmals allen Team-Kollegen die allerherzlichste Gratulation zur Qualifikation! Schweden wir kommen!!!!!
Am Sonntag gabs erstmalig in Österreich einen Finallauf mit Doppel-Gather (Doppel-Outrun), was uns Teammembers natürlich besonders freute, da wir sowas ja sonst nie bekommen. Die Startreihenfolge wurde gestürzt, was bedeutete, daß ich mit Darla am Ende des Tages als Vorletzter starten sollte. Mir schwante nichts Gutes. Das Wetter tat sein Übriges, um die Stimmung noch zu verschlechtern. So wartete ich den ganzen Tag mit zunehmenden Kopfschmerzen und konzentriert zusehend bei jedem Lauf vor dem Unsrigen. Mir war schon aufgefallen, daß sie Schafe gegen Ende des Tages immer schneller den Parcours beenden wollten und als ich mit Darla startete, voll konzentriert und gut vorbereitet geschah das, was man am wenigsten wünscht. Nach einem ersten super Outrun mit genügend Distanz zu den Schafen und einem leichten Lift-Stubser Darlas rannte das Pack wie die wilde Jagd Richtung Ausgang, Darla konnte sie noch korrigieren und wenigstens durch das Fetchgate manövrieren, wo sie dann bis zum Post (zu mir) rannten, obwohl Darla längst lag und auf ihr Look-back wartete. Das Look-back nahm sie perfekt aufs erste Kommando, drehte um, lief im weiten Links-Bogen nach hinten, als sie auf ca. 10 Uhr war, jagten die gestellten Schafe in meine Richtung, sprich zu den wartenden Schafen, ich korrigierte Darla am Outrun und ließ sie schräg reinkommen, aber da die Schafe so weit weg waren, konnte sie sie nicht mehr durchs Fetchgate bringen, dann hatten wir einen engen Turn und wieder fetzten die Schafe davon, ich hab sowas erst gaaaanz selten erlebt. Da plötzlich die Unterbrechung: Der Richter gab mir einen Re-Run, wegen der zu früh wegfetzenden Schafe. Ich war zwar etwas verwundert, nahm aber an und hatte nur einen Lauf, um Darla auszurasten, was aber leider nicht reichte, denn die Maus war beim Start des Re-Runs noch immer schwer am Atmen.
So starteten wir den 2. Lauf, wieder schöner Outrun, wieder wilde Schafe (die wollten einfach nicht mehr), wieder perfekter Look-Back, wieder weiter 2. Outrun, wieder wilder Fetch ohne Fetchgate, so eine Sch….., wenn was schiefgeht, dann gehts gleich komplett. Der Drive war eine wilde Jagd, obwohl ich Darla sehr bremste, mußte ich sie ja doch die Schafe korrigieren lassen. Ein Drive-Gate verpasst. Shedding-Ring, von 10 Schafen die 3 markierten plus 2 unmarkierten abshedden und einpennen. Perfekter Shed und dann beim Pen ein einzelnes Schaf, wo ich immer sage, das ist für den Griller, das außen herumrennt, nicht in den Pferch will, hysterisch herumzickt, einfach nicht will. Mit viel Einsatz und Geduld aber doch eingepfercht. 9 Punkte weg. Fertig! Darla fix und foxi mit bläulichweisser, dicker Zunge, wild und heftig atmend, leicht wankend. Und dann das Unfassbare. Der Richter will mir noch einen Re-Run geben, denn die Schafe waren ja wieder zu früh weggelaufen. Was soll ich tun? Alle Schafsteller sind angefressen, Darla am Ende, meine Konzentration am Ende. Er gibt uns 5 Minuten zum Erholen - lächerlich!!! Ich gehe wieder zum Pfosten, da kommt eine Gruppe Schafe von rechts, die ich zum Sammelpfosten stellen soll, um dann von dort mit Darla das 3.mal den Look-Back-Outrun zu machen. Ich bin sauer und mach mir um Darla Sorgen. Wir stellen die Schafe hin, ich positioniere Darla und will sie senden - und wie erwartet sind ihre Nerven total am Ende, sie zirkelt herum, verliert die Orientierung, zappelt hin und her, bis ich sie nach viel herumgeschrei endlich nach hinten zu den Schafen bringe, dann ein besserer Fetch, aber wieder schnell, zu schnell für die fertige Darla und grad noch das Gate. Und diesen Scheiß hat er dann bewertet. 7 Punkte für den Outrun und 10 Punkte für den Fetch weg, na Danke. Auf sowas kann ich verzichten. Er hat sich nachher 10x entschuldigt, er wollte es nur fair für uns machen, weil er Darla und mich so mag, aber hat es de facto nur schlimmer gemacht. Solche Re-Runs werde ich nie wieder annehmen!!!
Dieses “Entgegenkommen” hat uns auf den unrühmlichen 10 Platz zurückgeworfen, was das schlechteste Ergebnis ever für Darla ist. Ich hoffe, auch das letzte Mal. Ich ärgere mich nur, daß ich zugelassen habe, meine Darla so an ihr Limit kommen zu lassen. Aber GsD ist sie heute wieder lustig und munter. Und somit werden wir dieses Finale in die Kategorie “schlechte Erfahrungen” einreihen und aus dem Gedächtnis löschen um uns wieder dem Erfolg zu widmen.
Jedenfalls bin ich mächtig stolz auf unsere Qualifikation und Glenchens 3. Sieg in Klasse 2 und insgesamt sein 4. Sieg in Serie. Brave Hunde!
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Hohe Wand Trial: Im Auge des Sturms!
3.7.2011 von Synve.
Seit der Sommersonnenwende scheint es dem Winter ein besonders Anliegen zu sein, daran zu erinnern, dass er wieder auf dem Vormarsch ist.
Jedenfalls liess er beim Hohe-Wand-Trial am 2. und 3. Juli 2011 in Gaaden heftige November-Stürme über die weiten flachen Felder fegen, die uns nicht nur Kapperl und Hüte vom Kopf rissen und die Kommandos irgendwohin in den Äther vertrugen, sondern auch teilweise zu solcher Höchstform auffuhren, dass man sich mit aller Kraft gegen das Pferchtor lehnen musste, um es offenzuhalten, und dass der Hänger mit den Paletten darin beinahe kopfüber auf zwei daran angehängte Hunde gekippt wäre, hätte Michi (vom sonnigen Garten) sich nicht im rechten Moment auf dessen Deichsel geworfen!
Ausser durch den Sturm war dieses Trial auch wegen der für die “kleineren” Klassen doch sehr weiten Distanzen (im Bild das Fetchgate für Kl. 1, 110 Meter vom Pfosten entfernt- die Schafe standen weitere 20 Meter dahinter) und die nicht immer gehfreudigen Schafe erschwert. So konnte sich der lange Drive schon ziemlich dahinziehen. Gegen Wind bin ich sowieso ziemlich allergisch: Als ich so zum zigsten mal (wegen der zwei Läufe pro Hund, sowie zweier doppelter Extra-Starts mit Cedric und Aslan ausser Konkurrenz) im Dauer-Gegenwind über das Feld stapfte, mit wind-verheult vampirroten und vom Flugstaub höllisch juckenden Augen, dauernd davonfliegendem Kapperl und schwer eingeschränkter Sicht wegen (ohne Kapperl) wie verrückt herumwehender Haare, kamen mir etliche Male Inspirationen zu angenehmeren Hobbies als gerade diesem! Wie idyllisch zum Beispiel muss Schafwoll-Filzen mit Märchenwolle an regnerischen Sturmtagen sein….. mit einer heissen Schokolade und frischen Waffeln vielleicht…. statt dessen lässt man sich auf einem Feld erst nassregnen und dann davonwehen!! Hach!
Ein denkwürdiger Augenblick in meinem zweiten Lauf mit Cedric war zB. derjenige, in dem ich mich auf das Drivegate zudrehe und mit denke: Bin ich schon so fertig, dass ich gelbe Striche sehe, oder fliegt hier gerade ein Kornfeld in Augenhöhe auf mich zu??? Wie bei Twister dem Film kamen mir hier Dinge entgegen, die normalerweise ein Fehler bei “Alles was Flügel hat, fliegt” wären! In diesem Fall tatsächlich eine ganze Feldlänge Stroh in horizontaler Fluglage!!
Immerhin: Die Kulisse war ja wieder extrem malerisch, mit den steingrauen Regenwolken, und der Bergwand an der rechten Flanke, sowie den sanft geschwungenen Hügelchen und wogenden goldenen Ährenfelder. Und es gab sogar zwischendurch richtig schöne sonnige Momente!
Die Schafgruppen wurden professionell gestellt, und das Feld war wirklich interessant und anspruchsvoll. Für den massiven Wind kann ja schliesslich keiner etwas!
Ein Dankeschön an Kerstin für das schöne Gelände und die vielen bunten Schafe, und Gratulation für den Sieg mit der kleinen Jena (deren brave Schwester Dianne den zweiten Platz in Kl.2 holte!)
In meinen Augen die Überraschungs-Stars des Tages waren Daniela mit Freni, die ausser Konkurrenz zwei wirklich sehr schöne Läufe hinlegten! Jetzt muss Daniela nur noch pfeifen lernen, denn Freni war wirklich enorm brav bis zu einer Distanz von etwas über 100 Metern, wo sie gegen den Wind einfach die gerufenen Kommandos nicht mehr hören konnte und sich fragend umdrehte und darauf wartete, dass Daniela wieder in Hörweite kam. Aber deshalb geht ja Daniela noch ausser Konkurrenz. Pfeifen und Shedden wird sie über den Sommer schon noch lernen!
Unsere Lightspeeds waren auch recht erfolgreich:
In Klasse 3 gewann Wolfgangs Darla (Lightspeed Darjeeling) vor ihrer Mama Lady Julie.
In Klasse 2 gewann Wolfgangs sehr aufmerksamer und strebsamer Glen (Lightspeed Glenfiddich), und Lightspeed Fire Flyte wurde Vierter.
Klasse 1 war dem kleinen Guinchen, Lightspeed Guineveere, diesmal doch noch ein bisschen zu weit, so wurde sie “nur” Vierte mit ein paar verspielten Twists und Kringeln, die man beim Trial eigentlich nicht unbedingt brauchen kann. Naja, letzte Woche hat sie mich ja sehen lassen, wie sie einmal arbeiten kann. Und durch meine Sommer-Trial-Pause hat sie noch ein wenig Zeit, um in Ruhe fertigzureifen!
Von Richter Matthias Lebang, der aus Norddeutschland angereist, sicher etwas erstaunt war über die Nordsee-Küsten-Wetterlage in unseren Breiten, konnte ich mir auch einen überaus interessanten Trainingstip mitnehmen, den ich natürlich sofort an meinen Hunden ausprobieren muss!!! Bin schon gespannt, ob das so hilft wie ich hoffe!!! ![]()
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