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Frenis verrücktes Abenteuer!

Dieser Eintrag stammt von Synve Am 21.1.2009 @ 23:36 In Hunde-Geschichten | Keine Kommentare

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Die kleine Freni hat mich heute ein paar Jahre meines Lebens gekostet!!

 Ich hatte sie und Julie mit auf einen Ausflug in die schöne Steiermark genommen, wo wir mit einem Filmteam die Burg Limberg besucht und begutachtet haben, weil dort Mitte Februar eine Dokumentation gedreht wird. Bei den Rundgängen in der Burg hatte ich die Hunde noch im Auto, aber als wir das Burggelände besichtigen (und ein bißchen filmen) wollten, habe ich sie herausgelassen. Die Burg liegt mitten in einem riesigen aber gut einsehbaren Wald am Ende einer einsamen Zufahrtsstraße, ein perfektes Gelände für zwei ausgelassene Border Collies, um in Sicherheit herumzutollen! Sollte man meinen!!!

Freni steigt aus dem Auto aus, erblickt den Kameramann, der mit der Kamera auf der Schulter absolut friedlich herumsteht, bekommt offensichtlich ein Flash-Back an ein Horrorszenario aus einem früheren Leben, (oder was weiß denn ich!!!!) und und zischt geradewegs in den Wald und ist nicht mehr abzurufen!!!!

Nun, es ist ein wirklich ungefährliches Gelände, denke ich, die nächste Straße meilenweit entfernt,die Burg (und das rettende Auto) extraleicht für einen Hund wiederfindbar (Hunde sind uns  schließlich enorm überlegen im Finden von Wegen und Orten, an denen sie schon waren! Und hier ist das Wiederfinden eine Aufgabe für vierjährige Mini-Pfadfinder!!)

Also wird sie wohl gleich von selber wiederkommen, wenn ich beim Auto warte und ab und zu freundlich rufe. Außerdem sollte man sie bald im gut einsehbaren Winterwald herumflitschen sehen!

Ganz abgesehen davon, daß Freni gewöhnt ist, in der Distanz zu auf meine Stimme zu horchen und außerdem nie jagen oder zum Strawanzen weglaufen würde”

Ein stetiger trostloser Regen fällt, aber außer meinen Freni-Rufen und Whistle-Pfiffen rührt sich nichts im Wald.

Leicht knirschenden Zahnes mache ich mich also mit Julie nach einer halben Stunde Warten in den Wald auf. Julie findet es unheimlich lustig, und ich wünsche mir ihre griffsicheren kleinen Füßchen, denn in meinen schweren Wanderschuhen ist der Aufstieg den steilen Waldweg entlang kein Vergnügen- der noch gefrorene Boden, der von nassem Laub bedeckt ist, wird heute bei leichten Plusgraden von ausdauerndem Regen begossen- eine Rutschpartie über steilen und unebenen Grund. Wäre das Wetter nicht so trostlos und nicht gerade mein Hund verloren gegangen (und ich dachte immer, das passiert nur Leuten, die ihre Hunde nicht ordentlich ausbilden!!!!) wäre es geradezu mahlerisch gewesen- ich lande oberhalb der schweren Nebelschichten, oberhalb der Baumgrenze, blicke durch Löcher im der Nebeldecke ins weit entfernte Tal, finde alle paar hundert Meter in einem Schneerest einen Pfotenabdruck, der mir Frenis Schuhgröße zu haben scheint. Allerdings sagen sich hier die Füchse und Hasen Gute Nacht, und ich finde absolut alles an Tierspuren, was ich als Kind einmal in den kleinen Spurenbüchlein gelernt habe. Julie- weiterhin in Kaiserlaune scheint mich weiterhin geradewegs nach oben zu führen- am Gipfel gibt es endlich eine Straße, tolle Aussicht, eine keuchende Synve, eine Julie, die zu fragen scheint- und wo sind jetzt meine Schafe? und ein Hof, an dem ich läute und meine Telephonnummer hinterlasse samt Beschreibung von Freni.

Dann drehen wir geschlagen um, rutschen und schliddern wieder zur Burg zurück (ich rutsche und schliddere, Julie tanzt elegant durch den abschüssigen Wald) Unten wartet Lukas, mit dem ich gekommen bin, das Filmteam ist schon heimgefahren, und wir machen bei schwindendem Tageslicht eine Runde mit dem Auto, fahren alle Straßen in der Umgebung ab und hinterlassen meine Nummer bei den Bauernhöfen!

Gegen fünf, das Tageslicht ist fast weg, gebe ich noch in der Burg bescheid. Bei Dunkelheit hat es keinen Sinn zu suchen, da sie vermutlich irgendwo im weiten Wald ist. Ich muß heim zu den wartenden Welpis. Ich hoffe noch, daß Freni doch noch zur Burg zurückkommt und ich sie morgen früh dort einsammeln kann. Ich richte mich mental darauf ein, den morgigen Tag auch im Wald von Limberg zu verbringen. Ich frage noch im Büro der Burg nach der Straße, zu der mich Julie geführt hat- die wollen wir noch finden und ein letztes Mal abfahren. Um die Straße zu erreichen muß man ins mehrere Kilometer entfernte Schwanberg fahren und dort links abbiegen, dann kommt man oberhalb der Burg auf die Serpentine, die auf den Berg führt. Es ist jetzt finster, meine Gedanken noch finsterer. Wir zuckeln die Serpentine hoch, ich überlege, wie ich irgendjemandem erklären kann, daß ich Freni verloren habe!!!

Und da- (wie Lukas sagt: in einem David Lynch-Film hätte man das als unglaubwürdige Handlungswendung verurteilt!) sitzt mitten auf der finsteren Straße, quasi mit erhobenem Anhalter-Daumen, Freni und leuchtet mit ihrem Leuchthalsband!!!!

Das ganze ist schon eine unwirkliche Geschichte, die sich eigentlich gar nicht abgespielt haben kann:- 1. mein Hund läuft pfeilgerade weg, 2. kommt nach Warten auch nicht zurück, 3. hört stundenlang nicht auf mein Rufen, 4. ist nirgends zu finden, wo es halbwegs realistisch gewesen wäre

Aber das schlägt das dem Faß die Krone ins Gesicht!!!

Was bitteschön tut Freni auf der einzigen Autostraße in Kilometer Umkreis, gerade als wir dort ein letztes mal vorbeifahren!!!!

Die Geschichte hat sogar noch ein kleines Nachspiel: Denn als wir am Abend endlich wieder zu hause waren, kam noch einer vom Kamerateam mit dem Auto bei mir vorbei (die waren natürlich schon früher abgereist), um sich das Micro-Port abzuholen, das ich auf meiner Tour durch den Regenwald noch angesteckt hatte!

Ich habe die Hunde mitgenommen, um ihn bei der Haustür zu empfangen. Und Freni sieht den (sehr harmlosen und freundlichen) Matthias (ganz ohne Kamera) aus seinem privaten Auto steigen bekommt tellergroße Panikaugen und flüchtet zurück zur Haustür! Diesmal hatte ich sie an der Flexi, also konnte sie nicht weit weg. Aber seltsam ist das schon sehr!

Bis zum nächsten Tag in der Früh konnte ich ihr ansehen, daß sie in Gedanken bei ihrem Abenteuer war- es war klar zu sehen, daß in Frenis Fantasie die Assassinen hinter ihr her waren und sie offensichtlich bis zu ihrem Haus verfolgten! Arme Freni!!


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