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Registrierungen

Bei unseren Freunden in Ungarn gibt es gerade einen Wurf Arbeitsbordercollies von Astra Tut und S.v.d. Zweep`s Jim.

Über diesen Link kann man sich die Welpen ansehen und alles über die Eltern nachlesen.

www.bordercollietutandjimpups.blogspot.com

Die Welpen werden ISDS und FCI-registriert.

Anläßlich dessen nutze ich gleich die Gelegenheit für eine kleine Erklärung zum Thema Registrierungen:

Im Zwinger “Lightspeed” versuchen wir ja, doppelt registrierte gesunde, umweltsichere Arbeitshunde zu züchten.
Das ist nicht so einfach, und vor allem werde ich immer wieder gefragt, was die beiden Registrierungen eigentlich nützen sollen.

Hier also eine kleine Erklärung aus österreichischer Sicht. Wir sind ja in der glücklichen Lage, daß wir hier Border Collies sowohl bei der ISDS als auch beim ÖCBH (FCI) eintragen lassen dürfen, (vorrausgesetzt natürlich wir tun uns die Mühe an, den Zuchtauflagen für beide Vereine zu genügen!!)

ISDS: International Sheepdog Society: Das englische Register für Arbeitshunde (gemeint ist Hütearbeit).

ISDS-gezogene Hunde brauchen keine Ausstellung und werden nach Arbeitsleistung gezüchtet. Wenn man einen reinen Hüte- oder Trialhund sucht, reicht diese Registrierung. Theoretisch ist es möglich, einen Hund mit sehr guten Anlagen und viel Training “on merit”, also aufgrund seiner Leistung registrieren zu lassen. Das ist allerdings sehr aufwendig. (und teuer!)

Um in Österreich mit ISDS-Papieren züchten zu können, müssen beide Elterntiere ISDS-registriert sein, einer zumindest HD-frei sein und der andere nicht schlechter als HD-C. Sie müssen mit mindestens 2 Jahren einen Augentest gemacht haben und frei von CEA und PRA sein. Außerdem müssen sie in einem ASDS-Trial (nur ein solches gilt!) mindestens 70 Prozent der Punkte erreicht haben.

2.) FCI: Federation Cynologique International: Der Europäische Dachverband für Hundezucht

Der Österreichische Verein ist der ÖKV, der Österreichische Kynologenverband, der Unterverein, der auch für die Border Collies zuständig ist, ist der ÖCBH, der Club für Britische Hütehunde.

FCI-registrierte Hunde müssen bei einer Hundeausstellung präsentiert worden sein, um züchten zu dürfen, wobei eine Hündin mit dem Formwert gut noch in die Zucht darf, ein Rüde aber nur ab dem Formwert sehr gut. Bei einer Ausstellung wird außer dem Schönheits-Standard auch das Wesen mitüberprüft, sowie durchaus sinnvolle Dinge wie die Korrektheit des Gebisses und bei Rüden das Vorhandensein von beiden Hoden.

Beim ÖCBH gelten außerdem die folgenden Gesundheitsauflagen für Border Collies:

HD: zumindest ein Partner frei, der andere nicht schlechter als HD-C

Augen: Jährlicher Augentest vorgeschrieben, bei dem beide Hunde frei von erblichen Augenkrankheiten sein müssen

Einige Zusatzuntersuchungen sind zwar noch nicht vorgeschrieben, werden aber allmählich -insbesondere für Deckrüden- zum Standard:

Gentest auf CEA, CL und TNS, wobei man zumindest einen genetisch freien Partner verwenden sollte.

Röntgen auch auf ED und OCD

Bluttest auf MDR1 (Ivermectin-Überempfindlichkeit)

Bei Sheepdogtrials, inclusive dem Königsbewerb, dem Continental Sheepdog Championship, der Europameisterschaft für Hütehunde, kann man mit einem reinen ISDS-Border problemlos antreten.
Da ja das große Pool an echten Arbeitshunden aus Großbritannien stammt und ISDS-registriert ist, ist es dort relativ leicht, einen hervorragend veranlagten Hund aus echten ISDS-Linien zu finden. Das Problem bei den britischen “Original-Borders” ist leider oft, daß der Standard bei den Gesundheitsuntersuchungen weit hinter dem sich einbürgernden FCI-Standard hinterherhinkt, sodaß man manchmal gezwungen ist, bei der Welpenauswahl ein gewisses Gesundheitsrisiko einzugehen. (So mußte ich z.B. leider gerade diesen Herbst meine Zuchthoffnungen für meine junge begabte Freni aus tollen Linien wegen schwerer HD begraben)

Meint man es hingegen mit dem Hundesport ernst, braucht man einen Hund mit regulärer FCI-Registrierung, denn bei den großen Bewerben wie Weltmeisterschaften kann man nach den geltenden Regeln nur so antreten. So wurden bei der diesjährigen Obedience-Weltmeisterschaft zwei qualifizierte Hunde ausgeschlossen, weil das Pedigree nicht regulär war. Spitzfindig wird die Sache, wenn es um sogenannte Register-Eintragungen geht, die beim Border Collie durchaus zur Regel gehören, weil man die “echten” ISDS-Hunde nicht aus dem Genpool verlieren darf und ein Wurf, bei dem etwa der Vater “nur” ISDS-Papiere hat, bei uns zwar ÖCBH-Papiere bekommt, aber im Anhang, im sogenannten Register. In manchen Ländern ist es leider verboten, oder zumindest unerwünscht (manchmal von beiden Seiten), beide Registrierungen zu haben. So findet man dann in solchen Ländern oft ”nur” Hunde entweder der einen oder der anderen Registrierung. Z.B. ein deutsch gezogener ISDS-Welpe käme bei uns automatisch ins Register, während man einen englisch gezogenen über den Kennel Club ins normale Zuchtbuch eintragen lassen kann.

Wie man sieht, kann es ziemlich schwierig werden, beide Registrierungen zu behalten und trotzdem interessante Verpaarungen zustandezubringen, die gesundheitlich, wesensmäßig und von der Anlage her den Ansprüchen des leistungsorientierten Züchters entsprechen. Oft ist ja für den Welpenkäufer noch gar nicht absehbar, wie weit er mit seinem Hund im Sport kommen wird. Wenn sich dann später herausstellt, daß er in einer Sportart ausgesprochen begabt ist, und er wird dann wegen einer Formalität der Vereine -wie etwa dieses Jahr bei einem Hund aus dem österreichischen Obedience-WM-Team geschehen- von der Teilnahme an der WM ausgeschlossen, so ist das natürlich ausgesprochen frustrierend!

Soweit meine Zusammenfassung!

Ich würde mich sehr über Wortmeldungen zur Lage in den benachbarten Ländern interessieren. Ich bitte um Erfahrungsberichte mit den diversen Registrierungen, bzw. Insider-Infos zu noch zu erwartenden Entwicklungen!!
 

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